Herr Huber, was war der entscheidende Moment, sozusagen die Geburtsstunde der Kaffee-Rösterei Huber? Traumberuf oder späte Liebe?

Beruflich komme ich aus der Lebensmittelbranche und war zwei Jahrzehnte lang als Molkereitechnologe im Bereich hypoallergene Babynahrung im weltgrößten Lebensmittelkonzern tätig (war nicht toll).

Von Anbeginn an hat es mich fasziniert, wie man mit Fingerspitzengefühl das Beste aus jeder Kaffeebohnen-Sorte herauskitzeln kann. Noch heute verzichte ich weitestgehend auf die Möglichkeit der Computergesteuerten Röstung und verlasse mich auf meine Erfahrung und Sinne bei jedem Röstvorgang. In sofern ist die Rösterei für mich eine genussvolle Leidenschaft, die ich mit dem eigenen Unternehmen Huber Kaffee zum Beruf machen konnte.


Was ist für Sie als Unternehmer in der Kaffeebranche besonders wichtig?

Authentizität, Freude, der Umweltgedanke und ein faires Miteinander zwischen Produzenten und Kaffeeröster stehen für mich im Vordergrund. Ich bin aus einer anonymen Produktion des weltgrößten Lebensmittelherstellers bewusst ausgestiegen. Eine übermächtige Industrialisierung geht vorbei an dem individualen Genusserlebnis. Ich kann mich täglich immer wieder begeistern für die Vielfalt der Möglichkeiten, die das Kaffeerösten ermöglicht. Mit Freude entdecke ich die unzähligen Facetten an Aromen und Geschmackserlebnissen, die diese kleinen Bohnen in sich tragen. Ich lebe die Leidenschaft Kaffee und darf sie mit meinen Kunden teilen. In diesem Zusammenhang suche ich stets den direkten Kontakt und freue mich über positive Echos ebenso wie über konstruktive Kritik, helfe gerne bei der Auswahl und hab einfach Spaß bei der Sache.

Eine ganz persönliche Frage zum Schluss: Gibt es einen Lieblingskaffee unter all Ihren leckeren Schmankerln?

Tatsächlich hab ich sogar zwei Favoriten: den Espresso Generator als multitalentierten Allrounder und den Belisario Cafe Crema aus 100% Arabica Bohnen, der besonders als Filterkaffee einen ganz großen Auftritt hat.